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	<title>Armut Archive - Wittmann Tours</title>
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	<description>Mona &#38; Christian auf Reisen</description>
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	<title>Armut Archive - Wittmann Tours</title>
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		<title>Wie war Madagaskar?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Jul 2019 00:01:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Madagaskar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf Madagaskar haben wir 3 sehr intensive Wochen verbracht. Das Reisetempo war deutlich höher als in anderen Ländern, wie es auf einer organisierten Reise mit Reiseleiter eben ist. So wie es für Katja der Sommerurlaub war, hatten auch wir freigenommen vom Organisieren und Blogschreiben. Dafür wäre bei der Fülle von Eindrücken auch keine Zeit gewesen, &#8230; </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Madagaskar haben wir 3 sehr intensive Wochen verbracht. Das Reisetempo war deutlich höher als in anderen Ländern, wie es auf einer organisierten Reise mit Reiseleiter eben ist. So wie es für Katja der Sommerurlaub war, hatten auch wir freigenommen vom Organisieren und Blogschreiben. Dafür wäre bei der Fülle von Eindrücken auch keine Zeit gewesen, der beeindruckenden Natur, den einzigartigen Tieren, der spannenden Kultur, der leider allgegenwärtigen Armut und den vielen Begegnungen mit den Madegassen.</p>
<figure id="attachment_3352" aria-describedby="caption-attachment-3352" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-163424-7093.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3352" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-163424-7093-1024x683.jpg" alt="Zebus sind sie wichtigsten Arbeitstiere auf Madagaskar. Hier ein Karren mit 2 Zebu-Stärken." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-163424-7093-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-163424-7093-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-163424-7093-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-163424-7093.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3352" class="wp-caption-text">Zebus sind sie wichtigsten Arbeitstiere auf Madagaskar. Hier ein Karren mit 2 Zebu-Stärken.</figcaption></figure>
<p><span id="more-3355"></span></p>
<h2>Fahrt auf dem Zebukarren</h2>
<p>Tahina war Meister darin, zwischendurch ein paar sehr madegassische Begegnungen zu organisieren. Auf der <a href="http://wittmann-tours.de/fotografien-als-bindeglied-madegassen-im-portrait/">Rückfahrt von Morondava</a> fragte er eine Familie, ob wir ein Stück auf dem Zebukarren mitfahren könnten. Nach kurzem Dialog vom Beifahrersitz aus war alles geregelt: Die Vazahas durften Zebuwagen fahren. Freudestrahlend stiegen wir auf, hatten allerdings Probleme, alle auf dem Karren Platz zu finden. Er war kaum einen Meter breit, drinnen lag Stroh als Polsterung. Da wir nun zu siebt waren, setzten wir uns auf den Rand des Wagenkastens.</p>
<figure id="attachment_3353" aria-describedby="caption-attachment-3353" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-082558-7647.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3353" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-082558-7647-1024x683.jpg" alt="Mitten drin statt nur dabei: Wir fahren auf dem Zebukarren." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-082558-7647-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-082558-7647-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-082558-7647-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-082558-7647.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3353" class="wp-caption-text">Mittendrin statt nur dabei: Wir fahren mit dem Zebukarren.</figcaption></figure>
<p>Für uns war es ein phantastisches und sehr authentisches Erlebnis. Die Mitglieder der Familie empfanden die Gegebenheit wahrscheinlich als sehr kurios, sie hatten großen Spaß dabei. Auch für die Passanten war es sehr bemerkenswert, dass die Vazahas im Zebukarren saßen. Alle begegneten uns mit einem breiten Grinsen, winkten und riefen Bemerkungen :).</p>
<h2>Umgang mit Armut</h2>
<p>Madagaskar war das wirtschaftlich schwächste Land, das wir auf unserer Weltreise besuchten. Fast jeden Tag wurden wir mit materieller Not konfrontiert. Wir sahen arme Menschen auf der Straße und natürlich versuchten einige, uns um Geld zu bitten. Wie geht man damit um? Wie reagiert man auf bettelnde Kinder? Soll man etwas geben oder sie ignorieren? Auch wenn es hart klingt, wir haben nie etwas direkt auf der Straße ausgehändigt und auf keinen Fall ohne Gegenleistung. Bei allem, was wir verschenkt haben, zum Beispiel die leeren Wasserflaschen, haben wir lieber über Tahina als Mittelsmann gegeben.</p>
<figure id="attachment_3354" aria-describedby="caption-attachment-3354" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/BIP2017proKopf.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3354" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/BIP2017proKopf-1024x662.jpg" alt="Gemessen am BIP pro Kopf war Madagaskar mit Abstand das ärmste Land auf unserer ganzen Reise." width="525" height="339" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/BIP2017proKopf-1024x662.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/BIP2017proKopf-300x194.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/BIP2017proKopf-768x497.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/BIP2017proKopf.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3354" class="wp-caption-text">Gemessen am BIP pro Kopf ist Madagaskar mit Abstand das ärmste Land auf unserer ganzen Reise. (Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf">Wikipedia</a>)</figcaption></figure>
<p>Reisende sollten sich unserer Meinung nach hüten, im Land wahllos an Fremde Geschenke zu verteilen, da dies falsche Erwartungen weckt. Aber es ist schwer, oft sehr schwer! Am Morgen der Rückfahrt von den Tsingys ereignete sich Folgendes: Wir warteten darauf, dass sich die Fahrzeugkolonne in Bewegung setzten würde. Für vielleicht 20 Minuten standen wir neben unserem Wagen. Vor uns parkte ein Jeep mit Deutschen und Spaniern. Kinder kamen, fragten nach Süßigkeiten oder Geld, aber sie bekamen nichts.</p>
<figure id="attachment_3356" aria-describedby="caption-attachment-3356" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/12-KH-20180808_103643.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3356" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/12-KH-20180808_103643-1024x683.jpg" alt="Wir warten in der Karawane." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/12-KH-20180808_103643-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/12-KH-20180808_103643-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/12-KH-20180808_103643-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/12-KH-20180808_103643.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3356" class="wp-caption-text">Wir warten in der Karawane.</figcaption></figure>
<p>Ein Junge von vielleicht 6 Jahren hatte sein jüngeres Brüderchen auf dem Arm. Der Führer des Nachbarautos übersetzte, was er sagte. Der Vater war vergangenes Jahr bei einem Unfall ums Leben gekommen und sie hätten noch kein Frühstück bekommen. Eine Deutsche aus dem anderen Auto gab ihnen daraufhin ein Sandwich, das sie sich im Hotel mitgenommen hatte. Die Kinder waren sehr glücklich. Das ältere Geschwister begann sofort, den kleinen Bruder damit zu füttern, rührende Fürsorge.</p>
<h2>Wohltaten oder nur gut gemeint?</h2>
<p>Daraufhin sagte die Deutsche aus dem Nachbarauto: „Ab sofort nehmen wir jetzt jeden Morgen immer etwas vom Frühstücksbüffet mit, im Restaurant gibt es so viel und es bleibt doch immer etwas übrig! Das verteilen wir dann an die Kinder.“ Klingt vernünftig, oder? Ihr Guide erwiderte daraufhin, sie sollten das besser nicht tun. Die Kinder würden sich schnell daran gewöhnen, nicht zur Schule gehen, sondern noch mehr betteln. Bei knappem Angebot an Helfern und Spenden würden die Kinder vielleicht sogar untereinander kämpfen, sich dabei verletzen, um die milden Gaben zu erhaschen.</p>
<figure id="attachment_3357" aria-describedby="caption-attachment-3357" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081825-7394.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3357" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081825-7394-1024x683.jpg" alt="Kinder am Straßenrand haben uns häufig zugewunken, nur reine Freude oder mit Hintergedanken?" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081825-7394-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081825-7394-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081825-7394-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081825-7394.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3357" class="wp-caption-text">Kinder am Straßenrand winken uns häufig zu, Ausdruck von Freude oder mit Hintergedanken?</figcaption></figure>
<p>Wer hat recht, der Führer oder die Wohltäterin? Schwer zu sagen. Wir teilten jedoch die Auffassung des Guides, da wir gesehen haben, was die willkürliche Verteilung von Geschenken bewirken kann. Mädchen und Jungen fragten aufdringlich und penetrant: &#8222;Vazaha, Bonbon?&#8220; (&#8222;Ausländer, gib uns ein Bonbon!&#8220;) und wir sahen tatsächlich Touristen, die tütenweise Bonbons verteilt haben. Nicht nur, dass sie damit für andere Reisende aufdringliche Kinder heranzüchten, die Kleinen führen zu Hause vermutlich keine Zahnpflege mit Zahnbürste oder Zahnpasta durch. Der Zucker macht kurzfristig glücklich, aber kurze Zeit später sehr hungrig (durch die Ausschüttung von Insulin). Die Kinder werden so dazu erzogen, in Zukunft lieber die Touristen zu bedrängen als zur Schule zu gehen. Gut gemeint, aber diese Praxis hat im Endeffekt nur negative Konsequenzen für alle Beteiligten.</p>
<h2>Madagaskar, ein (Tourismus-)Entwicklungsland</h2>
<p>Auch wenn der Tourismus, und damit seine Auswirkungen auf die Madegassen, seit 2011 zugenommen und vielleicht auch ein wenig seine Unschuld verloren hatte, so steckte er insgesamt doch noch in den Kinderschuhen. Insgesamt hielt sich der Nepp fast überall (noch?) stark in Grenzen. Natürlich wurden wir das eine oder andere Mal angebettelt, aber mit etwas Kreativität zeigte sich die Arglosigkeit der Leute. An der <a href="http://wittmann-tours.de/ueber-die-baobab-allee-nach-norden/">Baobab-Allee</a> fragte ein Mann recht penetrant nach Geld. Tahina antwortete ihn daraufhin sehr schlagfertig, die Vazahas hätten kein Bargeld, sondern nur eine Kreditkarte. Das erschien dem Madegassen plausibel, enttäuscht entfernte er sich ;).</p>
<figure id="attachment_3358" aria-describedby="caption-attachment-3358" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180808-164500-8892.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3358" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180808-164500-8892-1024x823.jpg" alt="Die Baobab-Allee, einer der touristischsten Orte auf Madagaskar." width="525" height="422" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180808-164500-8892-1024x823.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180808-164500-8892-300x241.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180808-164500-8892-768x617.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180808-164500-8892.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3358" class="wp-caption-text">Die Baobab-Allee, einer der touristischsten Orte auf Madagaskar</figcaption></figure>
<p>Im kommerziellen Sektor waren die &#8222;Segnungen&#8220; der Zivilisation noch kaum in Madagaskar angekommen. Wir sahen sehr wenig Werbung, die großen Marken waren durch die Bank nicht vertreten, mit einer Ausnahme: Coca Cola. Damit entstand auch vergleichsweise wenig Müll. Wo es kein Plastik gibt, kann man es auch nicht wegwerfen. Hoffen wir, dass es so bleibt. (Hier war Toamasina das unrühmliche Gegenbeispiel. Entlang mancher Straße in der Stadt türmten sich stinkende Müllberge.)</p>
<figure id="attachment_3359" aria-describedby="caption-attachment-3359" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-120423-7052.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3359" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-120423-7052-1024x683.jpg" alt="Coca-Cola, eine der wenigen ausländischen Marken auf Madagaskar." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-120423-7052-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-120423-7052-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-120423-7052-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-120423-7052.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3359" class="wp-caption-text">Coca-Cola, eine der wenigen internationalen Marken auf Madagaskar</figcaption></figure>
<p>Auch Waschmaschinen gab es nicht auf Madagaskar, die Frauen wuschen mit der Hand, und wie! Unsere Wäsche war strahlend sauber wie noch nie zuvor! Der Dreck und die Flecken, die wir über 10 Monate in zahlreichen Ländern um den Globus gesammelt hatten, und die die internationale Flotte an Waschmaschinen nicht herausbekommen hatte, beseitigten die fleißigen madegassischen Wäscherinnen erfolgreich, ganz ohne den weißen Riesen.</p>
<h2>Mehr Lösungen als Probleme</h2>
<p>Auch scheinbar Unmögliches wird in Madagaskar trotz aller Widrigkeiten möglich. Eines schönen Abends schaltete sich in einem Hotel die Stromversorgung von Generator auf Solar(batterie)betrieb um, es gab einen Knall im Laptop-Netzteil… und es hatte seinen Geist aufgegeben. Uns war sofort klar, dass die Aussichten, auf Madagaskar Ersatz zu beschaffen, asymptotisch gegen null tendierten, also musste ein Plan B gefunden werden.</p>
<figure id="attachment_3360" aria-describedby="caption-attachment-3360" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20190622-134323-5171.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3360" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20190622-134323-5171-1024x683.jpg" alt="Elektronik ist auf Madagaskar schwer zu bekommen, vor allem wenn man ausgefallene Wünsche hat." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20190622-134323-5171-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20190622-134323-5171-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20190622-134323-5171-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20190622-134323-5171.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3360" class="wp-caption-text">Elektronik ist auf Madagaskar schwer zu bekommen, vor allem, wenn man spezielle Wünsche hat.</figcaption></figure>
<p>Ich schilderte das Problem Hasina, der unsere Tour organisiert hatte, und er sagte erstmal nur &#8222;Verstanden, ich kümmere mich&#8220;, nur um sich 5 Minuten später zurückzumelden: &#8222;Warum habe ich so lange überlegt? Meine Cousine fliegt am Samstag aus Deutschland nach Madagaskar&#8220; (es war Dienstag) &#8222;Bestell das Netzteil einfach im Internet, lass es an ihre Adresse liefern und sie bringt es Dir mit.&#8220; Gesagt getan. Bestellt, einen Tag später versandt, pünktlich in Deutschland ausgeliefert, weiter mit Cousinenkurier nach Madagaskar und am Sonntag überreichte Tahina mir das Päckchen. Mehr Lösungen als Probleme! Not macht bekanntlich erfinderisch und auf Madagaskar funktioniert dadurch so manches scheinbar Unmögliche am Ende erstaunlicherweise doch.</p>
<h2>Wer gut schmiert, der gut fährt</h2>
<p>Wo im Kleinen die Problemlösung gut funktioniert, herrscht an anderer Stelle ein Dauerproblem, nämlich die Korruption. Sie durchzieht, wie uns berichtet wurde, den gesamten offiziellen Sektor. Selbst an der Uni kann man sich gute Noten erkaufen. Persönlich blieb uns dieser unangenehme Bestandteil der madegassischen Lebenswirklichkeit weitestgehend verborgen, nur einmal erlebten wir, wie lästig es ist, wenn man der Willkür von Staatsbediensteten ausgeliefert ist.</p>
<figure id="attachment_3393" aria-describedby="caption-attachment-3393" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180812-164811-7871.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3393" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180812-164811-7871-1024x683.jpg" alt="Ein paar dieser Scheinchen können auf Madagaskar viel bewegen." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180812-164811-7871-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180812-164811-7871-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180812-164811-7871-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180812-164811-7871.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3393" class="wp-caption-text">Ein paar dieser Scheinchen können auf Madagaskar viel bewegen.</figcaption></figure>
<p>Auf der Rückfahrt von Morondava nach Antsirabe hielt uns die Polizei an einem Kontrollposten auf. Wir hätten angeblich noch eine offene Rechnung in Morondava. Ein Werkstattaufenthalt unseres Autos sei nicht bezahlt worden, daher durften wir nicht weiterfahren. Richtig, unser Geländewagen war in Morondava in der Werkstatt gewesen. Während wir einen <a href="http://wittmann-tours.de/ein-tag-am-meer-in-morondava/">Tag am Meer</a> verbrachten, hatte Christian versucht, einige Blessuren des Wagens von der Fahrt auf der <a href="http://wittmann-tours.de/die-nationalstrasse-8-ueber-belo-nach-bekopaka/">Nationalstraße 8</a> beheben zu lassen, aber ohne Erfolg. Die Reparaturen konnten erst später in Antananarivo erfolgen.</p>
<figure id="attachment_3390" aria-describedby="caption-attachment-3390" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-123033-9165.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3390" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-123033-9165-1024x683.jpg" alt="Unser Wagen, geschunden auf der Nationalstraße 8, repariert wurde er aber erst in Antananarivo." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-123033-9165-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-123033-9165-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-123033-9165-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180810-123033-9165.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3390" class="wp-caption-text">Unser Wagen, geschunden auf der Nationalstraße 8, repariert wurde er aber erst in Antananarivo.</figcaption></figure>
<p>Ein Schelm, wer jetzt vermutet, dass die Staatsdiener versucht hätten, diese Situation auszunutzen. Es hieß, es sei ein schwarzer Hyundai Terracan (das war das Modell des Fahrzeugs) gewesen, das Kennzeichen war den Polizisten aber nicht bekannt. Nach einer halben Stunde Diskussion zwischen unserem Fahrer Christian und den Beamten, wichtig aussehenden Ermittlungen und Telefonaten durften wir schließlich weiterfahren. Es hatte sich herausgestellt, dass der gesuchte Wagen ein zerbrochenes Rücklicht hatte. Ob die Polizisten wohl auf eine Gratifikation zur Vereinfachung der Problemlösung gehofft hatten und ob eine finanzielle Zuwendung den Prozess beschleunigt hätte, wissen wir nicht, aber dieser Schluss wäre naheliegend.</p>
<h2>Hilfsprojekte dauerhaft in der Schwebe</h2>
<p>Auch bei Hilfsprojekten fließt das Geld anscheinend oftmals in dunkle Kanäle ab. Auf dem Weg zu den Tsingys fuhren wir an einer scheinbar idyllischen Schule im Grünen vorbei. Marode Bänke standen im Freien direkt neben der Straße und die Tafel hing an einem Baum. Etwas im Hintergrund sahen wir die bröckelnden Reste einer überwucherten Backsteinruine. Das hätte das Schulgebäude werden sollen. Das Projekt (international gefördert) konnte aufgrund mangelnder Finanzierung nicht vollendet werden. Daher befand sich die halbfertige Schule im Stadium des Verfalls. Es ist natürlich vollkommen offen, ob wirklich die gesamten Hilfsgelder in den Bau geflossen sind und wer von einer eventuellen Differenz profitiert hat.</p>
<figure id="attachment_3392" aria-describedby="caption-attachment-3392" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081518-7392.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3392" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081518-7392-1024x683.jpg" alt="Auf den ersten Blick eine idyllische Schule im Grünen, in Wirklichkeit aber Zeugnis eines traurigen Missstandes" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081518-7392-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081518-7392-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081518-7392-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180806-081518-7392.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3392" class="wp-caption-text">Auf den ersten Blick eine idyllische Schule im Grünen, in Wirklichkeit aber Zeugnis eines traurigen Missstandes</figcaption></figure>
<p>In Maroansetra fuhren wir über die marodeste Brücke, die wir auf Madagaskar gesehen hatten. Die Holzbrücke hatte tiefe Löcher und es war notwendig, immer wieder ein Stück Metall an anderer Stelle unterzulegen, damit unser Auto überhaupt passieren konnte. Vor der Brücke stand ein großes buntes Schild, das besagte, dass der Neubau von der EU gefördert würde. 2017 sollte die Renovierung abgeschlossen sein. Wir schrieben Ende August 2018. Vielleicht hat das Geld nur für das Schild gereicht und der Rest ist auf unerklärliche Weise verloren gegangen?</p>
<figure id="attachment_3395" aria-describedby="caption-attachment-3395" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/KH-20180821_100133-1.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3395" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/KH-20180821_100133-1-1024x576.jpg" alt="Viele Balken der abenteuerlichen Brücke sind lose, es quietscht und rumpelt. Zur Gewichtsreduzierung mussten wir aussteigen und zu Fuß gehen. " width="525" height="295" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/KH-20180821_100133-1-1024x576.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/KH-20180821_100133-1-300x169.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/KH-20180821_100133-1-768x432.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/KH-20180821_100133-1.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3395" class="wp-caption-text">Viele Balken der abenteuerlichen Brücke sind lose, es quietscht und rumpelt. Zur Gewichtsreduzierung mussten wir aussteigen und zu Fuß gehen.</figcaption></figure>
<h2>Madagaskar kulinarisch</h2>
<p>Es war für uns ein wenig schwierig, die madegassische Küche kennenzulernen, da uns, den Vazahas, oft internationale Kost serviert wurde. Meist waren dies Gerichte mit Hühnchen- oder Zebufleisch. Und trotzdem wäre es nicht gerecht, Madagaskar kulinarisch darauf zu reduzieren. Es gab buchstäblich an jeder Straßenecke köstliche frische Früchte der Saison: Cherimoyas, Bananen, Papayas, Avocados (Mango, Litschi und Mangosteen waren leider zu der Zeit noch nicht reif). An der Küste bekamen wir Fisch und Meeresfrüchte in Hülle und Fülle.</p>
<figure id="attachment_3361" aria-describedby="caption-attachment-3361" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1885.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3361" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1885-1024x768.jpg" alt="Hier ist Reis mal Nebensache. Die Meeresfürchte bedecken ihn vollständig." width="525" height="394" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1885-1024x768.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1885-300x225.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1885-768x576.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1885.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3361" class="wp-caption-text">Hier ist der Reis mal Nebensache. Fisch und Meeresfürchte bedecken ihn vollständig.</figcaption></figure>
<p>Kulinarisch zeigten sich die positiven Einflüsse der französischen Kolonialzeit. Schlecht essen wird man in Madagaskar kaum. Die einheimische Küche ist einfach, aber schmackhaft und für alles andere haben die Franzosen gesorgt. Zum Frühstück gab es gutes Baguette. Einmal nahmen wir unser Mittagessen in einem Restaurant zu uns, dessen Spezialität köstliche gebratene Ente und Entenleber waren. Nicht zuletzt wurden wir mehrmals mit herrlich cremigem Mousse au Chocolat zum Nachtisch verwöhnt.</p>
<figure id="attachment_3362" aria-describedby="caption-attachment-3362" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-121657-7054.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3362" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-121657-7054-1024x683.jpg" alt="Frische und knusprieg Baguettes gibt es überall auf Madagaskar zu kaufen." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-121657-7054-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-121657-7054-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-121657-7054-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180802-121657-7054.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3362" class="wp-caption-text">Frische und knusprige Baguettes gibt es in allen größeren Orten auf Madagaskar zu kaufen.</figcaption></figure>
<h2>Typisch madegassische Getränke</h2>
<p>Ohne Alkohol und typisch madegassisch hat Bonbon Anglais auf uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Es ist eine klare Limonade wie Sprite, allerdings extrem süß und mit Minz-Menthol-Geschmack wie Eisbonbons.</p>
<figure id="attachment_3389" aria-describedby="caption-attachment-3389" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1949.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3389" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1949-1024x851.jpg" alt="Bonbon Anglais schmeckt lustigerweise wie Eisbonbons." width="525" height="436" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1949-1024x851.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1949-300x249.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1949-768x638.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1949.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3389" class="wp-caption-text">Bonbon Anglais schmeckt lustigerweise wie Eisbonbons.</figcaption></figure>
<p>Auch ganz häufig begegnete uns <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Three_Horses_Beer">Three Horses Beer (THB)</a> mit seinem markanten Logo mit den drei Pferdeköpfen. Früher eine eigenständige madegassische Marke befindet die Brauerei sich mittlerweile im Besitz des französischen Konzerns <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Castel_Group">Castel</a>. Trotzdem ist es weiterhin die am meisten verbreitete Biersorte im Land und die normale Flaschengröße fasst gut gemeinte 65cl. Bei Mona und Katja war das Fresh (Panaché) sehr beliebt, ein erfrischendes Radler mit nur sehr wenig Alkohol (weniger als 1%).</p>
<figure id="attachment_3391" aria-describedby="caption-attachment-3391" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180805-122219-7358.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3391" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180805-122219-7358-1024x683.jpg" alt="Pferde würden THB Fresh kaufen." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180805-122219-7358-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180805-122219-7358-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180805-122219-7358-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180805-122219-7358.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3391" class="wp-caption-text">Pferde würden THB Fresh kaufen.</figcaption></figure>
<p>Auf keinen Fall zu vergessen ist der <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Rhum_arrang%C3%A9">Rhum Arrangé</a>. Hierbei handelt es sich um Rum, in den Früchte oder einfach nur ein paar Vanilleschoten eingelegt wurden, und der dadurch geschmacklich verfeinert wird. Rhum Arrangé ist eine typisch madegassische Spezialität. Man stößt an mit den Worten &#8222;Samy tsara&#8220; (gesprochen in etwa &#8222;Tsamzara&#8220;). &#8222;Tsara&#8220; bedeutet &#8222;gut&#8220; und frei übersetzt bedeutet &#8222;Samy tsara&#8220; &#8222;Gemeinsam sind wir schön&#8220;. Na, wenn das nichts über die Qualität des Rhum Arrangé aussagt ;).</p>
<figure id="attachment_3363" aria-describedby="caption-attachment-3363" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1951.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3363" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1951-768x1024.jpg" alt="Rhum Arrangé, die hochprozentige madegassische Spezialität" width="525" height="700" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1951-768x1024.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1951-225x300.jpg 225w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/APC_1951.jpg 1200w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3363" class="wp-caption-text">Rhum Arrangé, die hochprozentige madegassische Spezialität</figcaption></figure>
<h2>Der Kreis schließt sich</h2>
<p>Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die Episode aus den &#8222;<a href="http://wittmann-tours.de/erste-eindruecke-aus-madagaskar/">Ersten Eindrücken aus Madagaskar</a>&#8222;, als wir die Lehmziegelherstellung auf dem Reisfeld beobachtet und die Kinder sich für meine Brille begeistert hatten? Am letzten Tag auf Madagaskar konnten wir auch diese Fotos <a href="http://wittmann-tours.de/fotografien-als-bindeglied-madegassen-im-portrait/">übergeben</a>. Die Kleinen selbst waren zwar nicht dort, aber ihre Mutter, die sich sehr über die Bilder freute. Dafür trafen wir den jungen Mann wieder, der Lehmziegel herstellte, und dessen Portrait wir ausgedruckt hatten.</p>
<figure id="attachment_3364" aria-describedby="caption-attachment-3364" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180731-072550-6842.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3364" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180731-072550-6842-683x1024.jpg" alt="Dieser Mann stellt Lehmziegel her. Wir trafen ihn am ersten Tag auf Madagaskar. Am letzten Tag konnten wir ihm dieses Bild schenken." width="525" height="787" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180731-072550-6842-683x1024.jpg 683w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180731-072550-6842-200x300.jpg 200w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180731-072550-6842-768x1152.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180731-072550-6842.jpg 1067w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3364" class="wp-caption-text">Dieser Mann stellt Lehmziegel her. Wir trafen ihn an unserem ersten Tag auf Madagaskar. Am letzten Tag konnten wir ihm dieses Bild schenken.</figcaption></figure>
<p>Er verhielt sich uns gegenüber schüchtern, freute sich aber sichtlich über die Aufnahme. Eigentlich hatten wir uns schon verabschiedet, aber dann formierte sich eine kleine Gruppe für ein Abschiedsgruppenbild, die überreichten Fotos in den Händen, vielleicht, um sich auf diese Art und Weise zu bedanken.</p>
<figure id="attachment_3365" aria-describedby="caption-attachment-3365" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180821-161523-8278.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3365" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180821-161523-8278-1024x683.jpg" alt="Gruppenbild zum Abschied" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180821-161523-8278-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180821-161523-8278-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180821-161523-8278-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180821-161523-8278.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3365" class="wp-caption-text">Gruppenbild zum Abschied</figcaption></figure>
<h2>Lamako!</h2>
<p>Wir haben unsere Reise in Madagaskar zu fünft sehr genossen, außerdem haben wir mit Tahina mehr als nur einen Reiseleiter gehabt. In den knapp 3 Wochen sind wir zu Freunden geworden und freuen uns, ihn hoffentlich bald in Deutschland willkommen zu heißen. Vielleicht wird sich auch die Möglichkeit ergeben, dass wir uns bei ihm revanchieren können und ihm als kleinen Dank etwas von unserer Heimat zeigen dürfen.</p>
<figure id="attachment_3366" aria-describedby="caption-attachment-3366" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180804-100126-7210.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3366" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180804-100126-7210-1024x683.jpg" alt="Die komplette Reisegruppe: Tahina, Christian, Mona, Katja und Christian" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180804-100126-7210-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180804-100126-7210-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180804-100126-7210-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180804-100126-7210.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3366" class="wp-caption-text">Die komplette Reisegruppe: Tahina, Christian, Mona, Katja und Christian</figcaption></figure>
<p>Verabschieden wollen wir uns mit einem donnernden Lamako! Lamako ist eigentlich ein Element aus der madegassischen Redekunst. Es dient dazu, die Zuhörer auf langen Feiern mit einzubeziehen und bei der Stange zu halten. Das funktioniert so: Der Redner ruft &#8222;Lamako!&#8220;, daraufhin klatschen alle Anwesenden viermal in die Hände, anschließend das Ganze noch mal: &#8222;Lamako!&#8220; und viermal klatschen. Dann ruft der Initiator: &#8222;Avereno!&#8220; (&#8222;Nochmal!&#8220;), alle klatschen 10 mal. Abschließend ruft der Redner: &#8222;Atambaro!&#8220; und alle klatschen noch einmal zum Abschluss.</p>
<p><strong>Lamako!</strong> Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! Kurze Pause<br />
<strong>Lamako!</strong> Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! Kurze Pause<br />
<strong>Avereno!</strong> Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch!<br />
<strong>Atambaro!</strong> Klatsch!</p>
<p>Eine abgewandelte Version dieses Lamako benutzten wir, um uns zum Abschied bei Führern oder in Unterkünften zu bedanken. Rhythmisches Klatschen und Kusshändchen.</p>
<p>Im folgenden Video seht ihr den letzten Abschnitt der Prozedur:<iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/-Abzbkoo2KM?start=35&amp;end=43&amp;version=3" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"><span style="display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;" data-mce-type="bookmark" class="mce_SELRES_start">﻿</span></iframe></p>
<p>Danke, Madagaskar, für 3 phantastische Wochen!<br />
Veloma Madagaskar! Auf Wiedersehen Madagaskar! Bis zum nächsten Mal!</p>
<figure id="attachment_3367" aria-describedby="caption-attachment-3367" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180816-133622-9956.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3367" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180816-133622-9956-683x1024.jpg" alt="Veluma! Auf Wiedersehen!" width="525" height="787" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180816-133622-9956-683x1024.jpg 683w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180816-133622-9956-200x300.jpg 200w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180816-133622-9956-768x1152.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/06/CW-20180816-133622-9956.jpg 1067w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3367" class="wp-caption-text">Veloma! Auf Wiedersehen!</figcaption></figure>
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		<title>Madegassischer Alltag von Antsirabe bis Morondava</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Apr 2019 00:01:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Madagaskar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass Madagaskar eines der materiell ärmsten Länder der Welt ist, war nicht zu übersehen. Statt sich ausschließlich in einer touristischen Parallelwelt zu bewegen, erlebten wir auch unmittelbar das normale Leben der Menschen. Mit einem Mal waren wir mittendrin statt nur dabei, obwohl unser Mietwagen und die Hotels sicher sozusagen kleine Touristenbläschen darstellten. Neben unseren Erlebnissen &#8230; </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Madagaskar eines der materiell ärmsten Länder der Welt ist, war nicht zu übersehen. Statt sich ausschließlich in einer touristischen Parallelwelt zu bewegen, erlebten wir auch unmittelbar das normale Leben der Menschen. Mit einem Mal waren wir mittendrin statt nur dabei, obwohl unser Mietwagen und die Hotels sicher sozusagen kleine Touristenbläschen darstellten. Neben unseren Erlebnissen in Antsirabe und auf der Fahrt nach Morondava soll in diesem Artikel mehr um die alltägliche Realität im Land gehen und damit auch um die Armut. Paradoxerweise begegnete uns das Elend gerade in und um Antsirabe, das während der französischen Kolonialzeit wegen seiner heißen Quellen als luxuriöser Badeort bekannt war.</p>
<figure id="attachment_3145" aria-describedby="caption-attachment-3145" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-103541-7028.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3145" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-103541-7028-1024x683.jpg" alt="Eine Hauptstraße mitten in Antsirabe, gesäumt von Marktständen" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-103541-7028-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-103541-7028-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-103541-7028-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-103541-7028.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3145" class="wp-caption-text">Eine von Marktständen gesäumte Straße mitten in Antsirabe</figcaption></figure>
<p><span id="more-3161"></span></p>
<h2>Im Pousse-Pousse durch Antsirabe</h2>
<p>Als wir am Morgen in Antsirabe ins Freie traten, lag ein rauchiger Geruch in der Luft, erzeugt von den vielen Feuern in den Häusern der Menschen. Die Leute benutzen Holz bzw. Holzkohle als Brennstoff. In Antsirabe kann es empfindlich kalt werden. Eine Zentralheizung ist ein unbekanntes, futuristisches Konzept. Stattdessen kauft man sich einen Sack Holzkohle zum Kochen und wegen der Wärme, die sparsam verwendet wird, damit sie möglichst lange reicht. Ebenso normal ist es für die Menschen, sich mit Muskelkraft fortzubewegen. Die meisten gehen zu Fuß oder nehmen eine Rikscha.</p>
<figure id="attachment_3146" aria-describedby="caption-attachment-3146" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-081132-6969.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-3146 size-large" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-081132-6969-1024x683.jpg" alt="Unterwegs im Pousse-Pousse. Diese Rikschas gehören zum madegassischen Alltag." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-081132-6969-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-081132-6969-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-081132-6969-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-081132-6969.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3146" class="wp-caption-text">Unterwegs im Pousse-Pousse. Diese Rikschas gehören zum madegassischen Alltag. Antsirabe ist die inoffizielle Pousse-Pousse-Hauptstadt.</figcaption></figure>
<p>Die Rikschas in Antsirabe werden meistens von Menschen gezogen (im Gegensatz zur Fahrradrikscha) und Pousse-Pousse genannt. Britische Missionare führten sie in Madagaskar ein und der Name ist ein französisiertes Push-Push ;). Unsere Rikscha-Piloten hießen Patrick und Bernhard. Sie verdienen ihr Geld damit, Lasten oder Passagiere von A nach B zu ziehen, und laufen dabei barfuß. An diesem Morgen hatten sie viele Pausen, da wir an den eleganten kolonialen Gebäuden anhielten, zum Beispiel dem Hôtel des Thermes, dem Bahnhof oder dem Postamt.</p>
<figure id="attachment_3147" aria-describedby="caption-attachment-3147" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-172032-7102.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3147" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-172032-7102-1024x683.jpg" alt="Die Cathédrale Notre Dame de la Salette in Antsirabe" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-172032-7102-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-172032-7102-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-172032-7102-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-172032-7102.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3147" class="wp-caption-text">Die Cathédrale Notre Dame de la Salette in Antsirabe</figcaption></figure>
<p>Wie anstrengend ist es, eine Rikscha zu ziehen? Das wollte ich ausprobieren und daher übernahm ich das Gefährt und fuhr Mona ein wenig durch die Gegend, während Patrick nebenher lief. Bei den Einheimischen sorgte das für großes Amüsement, ein Vazaha vor der Rikscha! Mona war ein Leichtgewicht und wir mussten keine Steigungen überwinden. Zudem war das Verkehrsmittel bestens gepflegt, es war also auf der kurzen Strecke nicht schwer.</p>
<figure id="attachment_3224" aria-describedby="caption-attachment-3224" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/KH-20180802-091717-6842-3.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3224" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/KH-20180802-091717-6842-3-1024x683.jpg" alt="Vazaha-Pousse-Pousse" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/KH-20180802-091717-6842-3-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/KH-20180802-091717-6842-3-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/KH-20180802-091717-6842-3-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/KH-20180802-091717-6842-3.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3224" class="wp-caption-text">Vazaha-Pousse-Pousse</figcaption></figure>
<p>Aber den ganzen Tag, bei jedem Wetter, oft mit viel Ladung, die Hügel hinauf und in zügigem Tempo, das ist eine körperlich fordernde Arbeit, um den täglichen Reis zu verdienen!</p>
<figure id="attachment_3148" aria-describedby="caption-attachment-3148" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115318-7038.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3148" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115318-7038-1024x683.jpg" alt="Ein Pousse-Pousse ist Schwerstarbeit. Die meisten Männer sind barfuß." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115318-7038-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115318-7038-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115318-7038-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115318-7038.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3148" class="wp-caption-text">Ein Pousse-Pousse zu ziehen ist auf Dauer eine schwere Arbeit. Die meisten Männer laufen barfuß.</figcaption></figure>
<h2>Armut auf der Straße</h2>
<p>Trotz der schönen alten Gebäude, die schon bessere Zeiten gesehen hatten, und der breiten Straßen dominierte der normale Alltag der Leute das Stadtbild. Straßenverkäufer, Rikschas (auch Fahrrad-Rikschas), Tuktuks, Handwagen und Zebu-Karren waren unterwegs. Leider fielen uns auch sehr viele offensichtlich arme Menschen (auch Kinder) auf. Vor allem im Vergleich zu 2011 hatte sich die Zahl der Bettler vervielfacht. Waren wir als Touristen vor 7 Jahren noch als Kuriosität angesehen worden, so hatten die Menschen mittlerweile erkannt, dass die Vazahas Geld in den Taschen haben. Immer wieder wurden wir von Bettlern und sehr anhänglichen Andenkenverkäufern umringt.</p>
<figure id="attachment_3149" aria-describedby="caption-attachment-3149" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115448-7045.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3149" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115448-7045-1024x683.jpg" alt="Auch Tuktuks gehören mittlerweile zum Straßenbild" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115448-7045-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115448-7045-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115448-7045-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-115448-7045.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3149" class="wp-caption-text">Auch Tuktuks gehören mittlerweile zum Straßenbild in Antsirabe.</figcaption></figure>
<p>Tahina konnte auch hier die Situation für uns viel besser abfedern, als wir es alleine vermocht hätten. Statt auf der Straße Geschenke zu verteilen, sagte er den Menschen (vor allem den Kindern), sie sollten später zum Markt kommen. Dort spendierte er den wirklich Bedürftigen, meistens eben den Straßenkindern, ein Mittagessen. Auf dem Markt kostete eine Mahlzeit 1000 Ariary (25 Euro-Cent). So waren sie an diesem Nachmittag nicht hungrig und konnten (hoffentlich) statt zu betteln etwas Nützliches tun, in die Schule gehen oder ihre Familien unterstützen.</p>
<figure id="attachment_3150" aria-describedby="caption-attachment-3150" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-122326-7064.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3150" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-122326-7064-1024x683.jpg" alt="Essen auf dem Markt für die Straßenkinder von Antsirabe" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-122326-7064-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-122326-7064-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-122326-7064-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-122326-7064.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3150" class="wp-caption-text">Essen auf dem Markt für die Straßenkinder von Antsirabe</figcaption></figure>
<h2>Ausflug zum See Tritriva</h2>
<p>Am Nachmittag unternahmen wir einen Ausflug zum <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Tritriva">See Tritriva</a>, um dort ein bisschen zu wandern. (Das kann auch wirklich nur den Vazahas einfallen!) Auf dem Weg erwartete uns eine Überraschung: Eine Hochzeit. Wir stiegen aus und waren sofort mitten im Geschehen. Die Menschen tanzten ausgelassen und einige hatten offensichtlich schon den einen oder anderen Schnaps getrunken. Vor allem Mona und Katja waren begehrte Tanzpartnerinnen. Als wir wieder zurück zum Auto gingen, fragten wir uns, was wohl passieren würden, wenn drei Madegassen uneingeladen auf einer deutschen Hochzeit auftauchen würden ;).</p>
<figure id="attachment_3151" aria-describedby="caption-attachment-3151" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-124350-7074.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3151" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-124350-7074-1024x683.jpg" alt="Beste Stimmung auf einer madegassischen Hochzeit" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-124350-7074-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-124350-7074-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-124350-7074-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-124350-7074.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3151" class="wp-caption-text">Beste Stimmung auf einer madegassischen Hochzeit</figcaption></figure>
<p>Nach einem idyllischen Mittagspicknick erreichten wir den See. Dort angekommen erwartete uns ein Empfangskomitee aus zahlreichen (fast ausschließlich) Mädchen im Teenageralter, die uns hartnäckig diverse Souvenirs verkaufen wollten. Dabei sprachen sie uns in mäßigem bis besserem, auf alle Fälle erstaunlich guten Englisch an. Manche kannten sogar einige deutsche Wörter. Die Tatsache, dass wir nicht unendlich viele bunte Steinchen kauften, konnten oder wollten sie aber nicht verstehen.</p>
<figure id="attachment_3152" aria-describedby="caption-attachment-3152" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-153916-8296-HDR.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3152" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-153916-8296-HDR-1024x683.jpg" alt="Der Kratersee Tritriva in der Nähe von Antsirabe" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-153916-8296-HDR-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-153916-8296-HDR-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-153916-8296-HDR-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-153916-8296-HDR.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3152" class="wp-caption-text">Der Kratersee Tritriva in der Nähe von Antsirabe</figcaption></figure>
<p>Auf die Wanderung durften uns die Mädchen glücklicherweise nicht begleiten, nur unser lokaler Guide. Da war sie also doch, die touristische Parallelwelt. Wir umrundeten den ruhigen See, der, hier eine Seltenheit, von einem kleinen Nadelwäldchen umgeben war. Das Gewässer liegt im Krater eines erloschenen Vulkans. Außerdem ranken sich einige Legenden um den See. Eine davon handelt von einer tragischen Liebesgeschichte. Ein junges Pärchen durfte nicht heiraten und daraufhin ertränkten sich die Liebenden verzweifelt im See. Auf einem schroffen Vorsprung über dem Wasser wachsen zwei ineinander verschlungene Dornenbäume. Es heißt, dass Blutstropfen aus dem Holz quellen, wenn die Äste angeschnitten werden.</p>
<h2>Die Lebensrealität der jungen Menschen</h2>
<p>Zurück von der Wanderung erwarteten uns die Mädchen wieder. Um vom Souvenirverkauf abzulenken, versuchen wir, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Der Erlös sei natürlich für die Schulbildung bestimmt, versicherten sie uns, für die eigene oder für die der Geschwister. Kaufen müssten wir eigentlich nichts, wir könnten auch gerne einfach so spenden. Klingt natürlich erstmal gut, aber es ist leider in mehrfacher Hinsicht nicht zielführend, hier den Geldbeutel zu öffnen.</p>
<p>Zum einen werden diejenigen gefördert, die am meisten Aufmerksamkeit erregen, nicht die Bedürftigsten. Da Werktag war, fragten wir die Mädchen, wann sie denn eigentlich zur Schule gingen. Es wären gerade Ferien, erzählten sie. Tahina erklärte uns später, dass im Schnitt nur etwa 60% der Kinder die Schule besuchten. Die anderen 40% müssten zu Hause helfen, um die Familien zu unterstützen. Außerdem herrsche zurzeit ein <a href="https://www.garda.com/crisis24/news-alerts/131046/madagascar-teacher-strike-continues-june-25-update-1">Lehrerstreik</a>, der schon 4 Monate andauere. Die Lehrer protestierten gegen die lächerliche geringe Bezahlung, was aber bei der Regierung nicht auf großes Interesse stoße.</p>
<figure id="attachment_3153" aria-describedby="caption-attachment-3153" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-150116-8277.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3153" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-150116-8277-1024x576.jpg" alt="Die Landwirtschaft bestimmt den Alltag im madegassischen Hochland" width="525" height="295" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-150116-8277-1024x576.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-150116-8277-300x169.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-150116-8277-768x432.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180802-150116-8277.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3153" class="wp-caption-text">Die Landwirtschaft bestimmt den Alltag im madegassischen Hochland.</figcaption></figure>
<p>War es also verwunderlich, dass wir die Souvenirverkäuferinnen so aufdringlich erlebten? Vermutlich nicht. Selbst kleinste Beträge, wenige 1.000 Ariary, sind auf dem Land viel wert. Wovon profitieren also die Kinder vermeintlich mehr, davon zur Schule zu gehen (wenn sie denn stattfindet) oder bunte Steine anzubieten? Kurzfristig ist die Antwort klar: Andenken verkaufen. Und selbst langfristig, was bringt ihnen die Bildung? Arbeit im Tourismus? Das wäre sicher für einige von ihnen eine sichere Zukunft, aber auch dies ist natürlich ein begrenzter Markt.</p>
<h2>Gibt es Alternativen?</h2>
<p>Viele andere Arbeitgeber gibt es nicht, obwohl gerade die Menschen in der Gegend am See noch finanziell relativ abgesichert sind, da sie Gerste für die in Antsirabe ansässige Star Brewery anbauen. Eine Firma gründen? Unmöglich, da es keine Möglichkeit gäbe, einen (Micro-)Kredit aufzunehmen. Die Menschen sind zweifelsohne ein Pfeiler des Reichtums Madagaskars, aber Madagaskar ist leider nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Trotzdem ist unserer Meinung nach Bildung ein wesentliches Element einer besseren Zukunft.</p>
<figure id="attachment_3213" aria-describedby="caption-attachment-3213" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/CW-20180805-120752-7356.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3213" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/CW-20180805-120752-7356-1024x683.jpg" alt="Das &quot;Three Horses Beer&quot; (THB) ist eine der emblematischen Marken Madagaskars, auch wenn die Brauerei in französischer Hand ist." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/CW-20180805-120752-7356-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/CW-20180805-120752-7356-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/CW-20180805-120752-7356-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/04/CW-20180805-120752-7356.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3213" class="wp-caption-text">Das &#8222;Three Horses Beer&#8220; (THB) ist eine der emblematischen Marken Madagaskars, auch wenn die Brauerei in französischer Hand ist.</figcaption></figure>
<p>Auf jeden Fall wäre es für alle Parteien keine dauerhaft tragfähige Lösung, den Menschen einfach ohne Gegenleistung Geld zu geben. Dann würden selbst die fleißigen und arbeitssamen Madegassen schnell lernen, dass es sehr einfach ist, den Vazahas Geld abzuschwatzen und würden sämtliche Eigeninitiative bald einstellen. Und die Touristen würden für die einfach erreichte Illusion, den armen Leuten geholfen zu haben,  eine Menge abhängiger Bettler geschaffen haben.</p>
<h2>Auf den Straßen und Märkten</h2>
<p>Am kommenden Tag brachen wir Richtung Westen auf. Ein langer Fahrtag von fast 500 km lag vor uns. Die Reise war dabei nicht immer komfortabel, da die Straße eher schlechter wurde, aber es gab meistens eine Menge zu sehen. Das Leben auf den Straßen ist für unsere Augen sehr bunt und abwechslungsreich: Märkte mit exotischen Lebensmitteln, ein Gewusel von Menschen und Nutztieren auf den Straßen, voll beladene Taxi Brousse, Zebu-Karren, auf dem Land Reisfelder, Palmen, kleine Holzkirchen, die traditionellen Familiengräber, Verkaufsstände für Holzkohlesäcke, Gemüse und so weiter.<iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/w4N2Fp3DffY" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Zwischendurch legten wir kurze Stopps ein, um auf den Märkten die Zutaten für ein Mittagspicknick einzukaufen: Baguette (das Erbe der Franzosen), ebenso wie Camembert, Früchte (zum Beispiel frische Papaya) und Wasser. Außerdem gab es Stände mit Fleisch, Kleidung, Körben, lebendigen Hühnern, Kleinelektronik und Solarpanels aus Fernost und vielem mehr.</p>
<figure id="attachment_3154" aria-describedby="caption-attachment-3154" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-075804-7112.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3154" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-075804-7112-1024x683.jpg" alt="Auf dem Markt in Betafo" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-075804-7112-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-075804-7112-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-075804-7112-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-075804-7112.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3154" class="wp-caption-text">Auf dem Markt in Betafo</figcaption></figure>
<h2>Baustellen, Brandrodung und Zebus</h2>
<p>Am späten Vormittag änderte sich die Landschaft allmählich. Wir verließen das Hochland und damit auch das Gebiet der Merina. Weiter im Westen, im Tiefland bis zur Meer, liegt das Land der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sakalava">Sakalava</a>. Sie sind keine Reisbauern, ihre Häuser sehen anders aus und ihr größter Stolz sind ihre Zebus, die madegassischen Buckelrinder. Viele Zebus bedeuten Reichtum und Wohlstand. Um möglichst gutes Gras für die Zebus zu bekommen, brennen die Leute das Land regelmäßig ab (Tavy). Wald gibt es in dieser Gegend schon lange nicht mehr. Leider führt das Feuer nicht nur Nährstoffe zurück, sondern tötet und vernichtet auch die Lebensgrundlage anderer Tiere und Pflanzen und fördert die Bodenerosion. Aber so ist die Tradition der Sakalava.</p>
<figure id="attachment_3155" aria-describedby="caption-attachment-3155" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-112937-7179.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3155" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-112937-7179-1024x683.jpg" alt="Zebu-Crossing im Sakalava-Land" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-112937-7179-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-112937-7179-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-112937-7179-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-112937-7179.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3155" class="wp-caption-text">Zebu-Crossing im Sakalava-Land</figcaption></figure>
<p>Immer wieder passierten wir unterwegs Mini-Baustellen, wo einzelne Leute, auch viele Kinder, die Straße reparierten und von uns durch Winken oder Handaufhalten Spenden einforderten. Einzelne Schlaglöcher waren mit festgeklopfter Laterit-Erde aufgefüllt worden. Die Menschen arbeiten nicht für den Staat, sondern auf eigene Rechnung. Sie haben allerdings nicht das Ziel, die Straße in einen Top-Zustand zu versetzen, sondern als kontinuierliche Einnahmequelle zu nutzen. Angeblich entfernen sie abends die Erde wieder aus den wenigen geflickten Schlaglöchern, um auch am nächsten Tag eine Tätigkeit zu haben. Not macht erfinderisch.</p>
<figure id="attachment_3156" aria-describedby="caption-attachment-3156" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-132812-7190.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3156" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-132812-7190-1024x683.jpg" alt="Die N34, mal besser, mal schlechter" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-132812-7190-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-132812-7190-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-132812-7190-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-132812-7190.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3156" class="wp-caption-text">Die RN34, mal besser, mal schlechter</figcaption></figure>
<h2>Moderne Sklaverei</h2>
<p>Die vielleicht ärmsten der Armen sahen wir mitten im Nirgendwo an einer Brücke, die über einen kleinen Bach führte. Dort zerkleinerte eine Gruppe von Frauen Steine zu Pulver, um daraus Goldpartikel zu extrahieren. Das Gestein wird in einer Mine gefördert, zum Fluss gebracht und dort zerstampfen die Menschen die Steine mit mannshohen, schweren Holzpfählen. Auf der Oberfläche des Felsens am Ufer haben sich im Lauf der Zeit Mulden (quasi kleine Mörser) gebildet. Anschließend waschen die Männer das Pulver im Fluss aus. Durchschnittlich können sie je Ladung Steine in mühsamer Schwerstarbeit circa 1 Gramm Gold gewinnen.</p>
<figure id="attachment_3157" aria-describedby="caption-attachment-3157" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122912-8360.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3157" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122912-8360-1024x683.jpg" alt="Steinestampfen neben dem Bach, im Boden sind die Löcher schon sichtbar." width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122912-8360-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122912-8360-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122912-8360-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122912-8360.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3157" class="wp-caption-text">Steine Zerstampfen neben dem Bach, im Felsboden sind Mulden entstanden.</figcaption></figure>
<p>Wie in so vielen Ländern dieser Welt erledigten die Frauen die körperlich härtere Arbeit. Während die Männer das Gold auswuschen oder unter der Brücke im Schatten saßen, zerklopften die Frauen und Mädchen in der Mittagshitze unter der prallen Sonne das Gestein. Wie selbstverständlich arbeiteten die Kinder natürlich auch mit.</p>
<figure id="attachment_3158" aria-describedby="caption-attachment-3158" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122210-8359.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3158" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122210-8359-1024x683.jpg" alt="Goldwaschen ist Männersache" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122210-8359-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122210-8359-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122210-8359-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-122210-8359.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3158" class="wp-caption-text">Goldwaschen ist Männersache</figcaption></figure>
<p>Das monotone Klopfen in der brütenden Hitze machte einen unwirklichen Eindruck und erinnerte an Trommelschläge auf einer Galeere. Die Ausbeutung der Menschen erscheint in der Gegenwart unglaublich. Uns wurde berichtet, eine reiche Frau habe das umgebende Land mit der Mine gekauft und sei damit de facto auch die &#8222;Eigentümerin&#8220; der Menschen, die dort leben. Von ihrem Hungerlohn müssten die Arbeiterinnen und Arbeiter überteuerte Nahrungsmittel von Ihrer &#8222;Besitzerin&#8220; kaufen und ihre Unterkunft mieten. Diesen Ort zu verlassen sei nahezu unmöglich, da es wenige Verkehrsmittel gäbe, den Menschen das Geld fehle und welche Alternative hätten sie, wenn sie von dort fortgingen? Ein Teufelskreis und eine moderne Form der Sklaverei, obwohl diese offiziell <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Madagascar">seit 1896 in Madagaskar abgeschafft</a> ist. Diese Praktik ist natürlich illegal, aber es interessiert anscheinend auch niemanden. Vermutlich hat die reiche Frau gute Beziehungen zur Polizei.</p>
<h2>Alles wird wiederverwendet</h2>
<p>Die letzten beiden Stunden fuhren wir durch dunkle Nacht. Es gab keine Straßenbeleuchtung, kaum Markierungen oder Schilder, nur den Lichtkegel der Scheinwerfer. Es waren noch viele Menschen unterwegs, so dass Christian (unser Fahrer) nicht nur einen Slalom um die Schlaglöcher, sondern auch um die Menschen und Zebus fahren musste. Kurz vor Morondava wurde es noch etwas gefährlicher, da es direkt neben der Straße brannte. Vermutlich handelte es sich um die lokale Form der Müllentsorgung. Beißender Rauch zog durch die Fenster unseres Wagens und hüllte uns ein. Unsere Scheinwerfer konnten den Weg nicht erhellen, so dass Christian sich ca. 200 Meter im Blindflug durch die dichte Qualmwolke tasten musste.</p>
<figure id="attachment_3159" aria-describedby="caption-attachment-3159" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-172008-7202.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3159" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-172008-7202-1024x683.jpg" alt="Sonnenuntergang auf der RN35, knapp 100km bzw. 2 Stunden vor Morondava" width="525" height="350" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-172008-7202-1024x683.jpg 1024w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-172008-7202-300x200.jpg 300w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-172008-7202-768x512.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180803-172008-7202.jpg 1600w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3159" class="wp-caption-text">Sonnenuntergang auf der RN35, knapp 100km bzw. 2 Stunden vor Morondava</figcaption></figure>
<p>In den vergangenen Tagen hatten wir viel über den Alltag auf Madagaskar gelernt. Das Leben ist geprägt von harter Arbeit, ausgelassenen Festen zu gegebenem Anlass, materieller Armut und der Improvisationsfähigkeit der Menschen. Auf Madagaskar gab es aus diesem Grund (noch?) sehr wenig Müll, da alles wiederverwendet wird. Zwar existierte kein offizielles Recyclingsystem für Plastikbehälter, aber wir warfen keine leeren Flaschen in den Müll. Stattdessen sammelten wir sie, damit Tahina und Christian sie bei Gelegenheit verschenken konnten. Die Wasserflaschen waren sehr begehrt. Auf dem Markt erzielten sie einen Preis von 100 bis 200 Ar oder sie dienten als Behältnis zum Verkauf von Milch, Honig, Kokoswasser und vielem mehr.</p>
<figure id="attachment_3160" aria-describedby="caption-attachment-3160" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180805-130548-7361.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-3160" src="http://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180805-130548-7361-683x1024.jpg" alt="Katja trägt das lebendige Wasser. Für uns eine Einwegflasche, für die Madegassen ein begehrter Gebrauchsgegenstand." width="525" height="787" srcset="https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180805-130548-7361-683x1024.jpg 683w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180805-130548-7361-200x300.jpg 200w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180805-130548-7361-768x1152.jpg 768w, https://wittmann-tours.de/wp-content/uploads/2019/03/CW-20180805-130548-7361.jpg 1067w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3160" class="wp-caption-text">Katja trägt das lebendige Wasser. Für uns eine Einwegflasche, für die Madegassen ein begehrter Gebrauchsgegenstand.</figcaption></figure>
<p>Für die fast 500km benötigten wir mehr als 10 Stunden und erreichten damit im Schnitt eine Geschwindigkeit von knapp 50km/h. Schneller hätte man die Strecke nicht zurücklegen können, Christian hatte schon alles aus Auto und Straße herausgeholt. Tempo 80 fühlte sich zuweilen wie 180 km/h an. Verglichen mit dem madegassischen Alltag waren unsere durchgesessenen Hinterteile allerdings ein Luxusproblem.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://wittmann-tours.de/madegassischer-alltag-von-antsirabe-bis-morondava/">Madegassischer Alltag von Antsirabe bis Morondava</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://wittmann-tours.de">Wittmann Tours</a>.</p>
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